Tricks mit Stripper-Decks

Ein Stripper-Deck bietet einige interessante Möglichkeiten der Trickvorführung. Gerade für Zaubernovizen ist ein Stripperdeck durchaus zu empfehlen, da hier viele Tricks durchgeführt werden können, für die sonst eine Menge Fingerfertigkeit notwendig wäre.

Bei Stripperkarten handelt es sich um Karten, die an der Längsseite oder an der Querseite konisch geschnitten sind (gestrichelte Linie).

stripper.gif (1254 Byte)

Dreht man nun eine dieser Karten um 180 Grad und läßt sie wieder ins Kartenspiel zurücklegen, steht die Karte ein bißchen über (gegenüber den anderen schräg geschnittenen Karten) und kann aus dem Spiel durch "Geisterhand" wieder herausgezogen werden.

Obwohl die Herstellung eines Stripperdecks in der Theorie recht einfach erscheint, rate ich davon ab, es selbst zu versuchen. Man braucht hierfür wirklich viel Geduld, um die Karten gleichmäßig zuzuschneiden. Die Kosten für ein solches Deck liegen bei ca. 10 - 15 DM. Hier empfehle ich zudem die Verwendung von Plastikkarten, die sich eigentlich nicht besonders gut für Zaubertricks eignen, aber wesentlich haltbarer als normale Karten sind. Gerade Stripperdecks sind sonst einem sehr hohen Verschleiß ausgesetzt. In der Regel erhalten Sie in Zauberläden vorwiegend Stripperdecks, die an den Längsseiten konisch geschnitten sind. Stripperdecks mit konischen Schmalseiten werden gerne von Falschspielern genutzt, da sich hier bestimmte Karten sehr einfach über die normale Geberhaltung an die "richtige Stelle" verteilen lassen.


Der Nachteil des Stripperdecks ist der, daß viele die Existenz eines solchen Decks schon vermuten oder ähnliches auch schon mal gesehen haben. Man sollte also mit einigen Tricks nicht zu offen umgehen, da die Gefahr, entdeckt zu werden, doch recht groß ist. Der Vorteil des Stripperdecks gegenüber anderen Trickdecks liegt darin, daß das Stripperdeck im "neutralen" Zustand (also alle Karten zeigen in eine Richtung) ohne weiteres aus der Hand gegeben werden kann. Auf die Idee, eine Karte mal verkehrt herum in das Deck zu stecken und zu überprüfen, ob die Ränder überstehen, kommt in der Regel eigentlich niemand.
Einige Zauberer tun Striperdecks als Kinderkram ab und weigern sich, mit diesen Dingern zu arbeiten. Aber letztlich ist es egal, mit welchen Methoden man das Publikum begeistert. Man kann sich viel Mühe mit komplizierten Griffen machen oder einfach mal den Trick mit einem speziellen Kartendeck versuchen.

Der Name Stripperdeck (to strip = u.a. abziehen, abstreifen) kommt von der Möglichkeit Karten durch "Erfühlen" von dem Deck separieren zu können. Letztlich brauche ich lediglich die um 180 Grad gedrehte Karte an den überstehenden Rändern zu greifen und kann dann das restliche Deck "abziehen" (strip off).
Wer das Stripperdeck erfunden hat, ist mir derzeit nicht bekannt. Jedenfalls wird Charles Jordan nachgesagt, in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet zu haben. Andererseits denke ich, daß Stripperdecks bereits schon im 19. Jahrhundert bekannt waren. Wer genaueres weiß, bitte Email an mich.

Das Grundprinzip funktioniert wie folgt:

Das Spiel wird aufgefächert. Der Zuschauer zieht eine Karte und schaut sich diese an. Der Zauberer hat derweil das Deck um 180 Grad gedreht. Die Zuschauerkarte wird wieder zurückgesteckt und befindet sich nun verkehrt herum im Deck.

Stripperdecks besitzen wie gesagt den großen Vorteil, daß man nicht über besondere Fingerfertigkeiten verfügen muß, um z.B. eine Karte aus dem Deck heraus verschwinden zu lassen. Während z.B. beim Forcieren einer Karte immer die Möglichkeit besteht, daß der Zuschauer sich entweder anders entscheidet oder aber die Forcierung durchschaut, kann man bei einem Stripperdeck die Routine relativ gelassen angehen. Gerade Tricks, bei denen mehrere Karten zu produzieren sind, können mit einem Striperdeck sehr einfach gelöst werden. Sind z.B. vier Asse irgendwie verkehrt herum im Spiel versteckt, so benötigt man keine Serie von Sleights; die Karten können einfach direkt aus dem Spiel herausgezogen werden. (Bsp.: Vier Asse werden aus dem Spiel gebracht und nach oben gebracht. Anschließend werden die Karten auf acht Stapel zu je vier Karten (je ein Stapel nach dem anderen) verteilt. Der erste Stapel wird dem Zuschauer forciert. Hierin befinden sich alle vier Asse.