Vorsortierte Kartendecks

Kartentricks, die auf vorbereiteten Decks basieren, lassen sich in zwei Klassen unterteilen. Die erste Klasse verwendet das komplette Deck (52 oder 32 Karten). Die zweite Klasse umfaßt sortierte Kartenfolgen, bei denen allerdings nicht alle Karten eines Decks benötigt werden. Für die erste Klasse gibt es drei recht bekannte Systeme. Das erste läßt sich über den Spruch "Eight(8) kings(K) threatened(3, 10) to (2) save (7), ninety(9)-five(5) ladies(D) for(4) one(1) sick(6) knave(B)" (Acht Könige mußten 95 Damen vor einem üblen Schurken retten) merken. Die Reihenfolge der Karten ist über die Werte in Klammern angegeben. Über die Entstehung dieses Textes gibt es keine genauen Überlieferungen. In einem Buch von ca.1930 wird davon ausgegangen daß diese Reihenfolge schon über 100 Jahre und ggf. noch viel älter ist.

Ähnlich verhält es sich mit dem Si Stebbins System, dessen Erfindung Herrn Stebbins nachgesagt wurde, das System aber tatsächlich nur von ihm auf die Zauberbühne gebracht wurde, aber schon seit dem letzten Jahrhundert (18xx) bekannt ist. Die Sortierung des Si Stebbins System erfolgt nach folgendem Prinzip: "Addiere drei zum Kartenwert hinzu und ändere den Farbwert um eins." Beiden Systemen hängt allerdings der Makel an, daß sie nach einem recht einfachen Schema aufgebaut sind, welches einem kritischen Zuschauer erlaubt, relativ rasch hinter das Geheimnis, bzw. die Anordnungsreihenfolge zu kommen. Ein drittes System wurde 1927 von Louis Nikola veröffentlicht. Um hier hinter die Anordnung der Karten zu kommen, muß man wirklich den Schlüssel dazu kennen. Dieses System erfordert allerdings einiges an Geduld, bis man es verinnerlicht hat. Das Nikola Card System wird allerdings nicht auf diesen Seiten beschrieben. Sie finden eine ausführliche Beschreibung in dem Buch Encyclopedia of Card Tricks. Neben den drei Systemen gibt es aber natürlich noch fast beliebig viele Sortierungsmöglichkeiten, von denen hier einige beispielhaft vorgestellt werden sollen. So können bestimmte Farbfolgen, aufsteigende Indexnummern oder ähnliches verwendet werden. Diese Systeme werden auch gerne in der zweiten Klasse verwendet, bei der nicht alle Karten zur Trickvorführung benötigt werden.

Bei der Vorführung mit vorsortierten Decks empfiehlt es sich, einige Techniken des Falschmischens zu beherrschen. Das Abheben ist in der Regel ohne Bedeutung aber auch hierbei sollten die entsprechenden Techniken verinnerlicht sein. Dies ist natürlich dann unbedingt erforderlich, wenn man mehrere Tricks mit einem vorsortiertem Deck durchführen möchte. Darüber hinaus sollten Sie mindestens 2 Exemplare der Karten in sortierter Reihenfolge mit sich führen; spätestens dann, wenn die Zuschauer darauf bestehen,   das Deck selbst zu mischen.